Page Banner

Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

148

Bevorzugte Sippen und. Beginn einer Staffelung

von ausschlaggebender Bedeutung, doch ist die Familie stärker als bei den Marindanim.
 Im Süden  Häuptlingtum, im Norden Herrschaft der ranggestaffelten
geheimen Gesellschaften, in die man sich durch Schweineopfer einkauft. Daran
sich schließende Kreditgeschäfte. Handwerkerspezialisten. Markthandel.
In der Gesellschaft der Bewohner von den Neuen Hebriden und den Banks-Inseln
 bildet den Hauptbestandteil der Nahrung Yams und Taro. Im allgemeinen
 läßt sich erkennen, daß in den Gegenden mit korallinischem Gestein
 mehr Yams, in den vulkanischen Gegenden mehr Taro gebaut wird.
Der Grund hierfür scheint darin zu liegen, daß Yams sandigen und nicht
zu feuchten Boden liebt, während der Taro entweder unter Wasser gebaut
werden muß oder. in sehr feuchter Erde. Dazu kommt noch Brotfrucht,
Kokosnuß, Banane und Zuckerrohr, sowie Süßkartoffel. In der animalischen
Nahrung nimmt das Schwein die erste Stellung ein, es liefert den Festbraten
für Opfer und Zeremonien. In Santo, Maleküla, Ambrym ist es den Männern
verboten, weibliche Schweine zu essen, in Pentecöte, Aoba, Maevo und auf
den Banks-Inseln dürfen die Männer bei profanen Gelegenheiten wohl weibliche
 Schweine genießen, nicht aber bei Festlichkeiten. Vielfach verzehrt
man auch Hunde. Hühner werden hauptsächlich der Federn wegen gehalten;
Hühnereier verzehrt man selten und nur, wenn sie schon halb ausgebrütet
sind; in Santo und Meleküla ist deren Genuß den Männern versagt, weil
Eier „weiblichen Ursprungs“ sind. Die anderen Vögel werden unterschiedslos
 verzehrt. Außerdem ißt man Schlangen und Eidechsen sowie die Kokosnußkrabbe;
 für die Küstenbewohner bilden die Fische eine wichtige Nahrung.
Es gibt eine große Zahl von teils permanenten, teils temporären Speiseverboten.
 Letztere können vom’ einflußreichen Mann bei einer Gelegenheit
ausgesprochen werden. Ein solcher kann z. B. den Genuß von Kokosnüssen
oder Brotfrucht für eine bestimmte Zeit mit Verbot belegen. Auf den vieleriei
 Inseln, und dort in den einzelnen Gegenden, herrschen die verschiedenartigsten
 Speiseverbote, die auch wiederum für die Männer und die Frauen
anders sind. Überdies gilt z. B. in Tanna die Schildkrötenjagd als Vorrecht
einzelner Familien, in denen sie sich vererbte. Sie allein dürfen sie auch
kochen, doch dürfen dann alle auch davon essen. In Tanna durften die
Männer auch keine Nahrung direkt mit der Hand zum Munde führen, sondern
nur mittels eines Blattes. Der zugrunde liegende Gedanke war, daß ihre
Hände durch die Berührung der Frauen unrein geworden seien. Knaben
brauchten sich daher an diese Vorschrift nicht zu halten. Mit der Trennung
der Geschlechter hängt auch das abgesonderte Kochen und Essen von Männern
und Frauen zusammen, eine Scheidung, die am strengsten in Santo durchgeführt
 ist (Speiser [23] 131{£).
Der Feldbau ist in der Hauptsache eine Obliegenheit der Frau, nur das Roden
und die schweren Arbeiten verrichtet der Mann. Der Boden gehört der Sippe,
also der Verwandtschaftsgruppe. Entweder wird ein großes Feld von der
ganzen Sippe bearbeitet, oder jede Familie bestellt selbständig ihre Parzelle,
 manchmal ist sogar jedem Erwachsenen noch ein besonderer
Teil zugewiesen. Auch wenn die Felder sich in der Nähe der Dörfer befinden,
hat man dort leichte Hütten errichtet, in denen sich die Frauen aufhalten.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.