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Fortschreitende Würfelung der Siedlungen
a) Die Gesellschaft der alten Maori Neu-Seelands.
Starke Beteiligung der Männer an der Vorbereitung zur Feldbestellung (Stechspaten),
sonst Männer als Vogelsteller und Fischer; Frauen pflanzen und ernten,
sind insbesondere Weberinnen. Handwerker streng verteilt unter beide Geschlechter,
spezialisiert. Die soziale Organisation beruht auf Großfamilien
und weiteren Verwandtschaftsgruppen. Der Häuptling tritt dem Volke nicht
als andersartig gegenüber, sondern als der tüchtigste Vorarbeiter. Noch keine
prinzipielle Spaltung zwischen Werkführer und politischem Führer. Doch hängt
an dem Seniorat eine sakral gedachte Bevorzugung zum Führertum, die sich
in einer institutionsmäßigen Berufung zum Häuptlingtum unter Bevorzugung
einzelner Familien verdichtet hat. Trotz Staffelung (hauptsächlich nach Altersrang)
demokratische Einstellung des Einzelnen. Großfamilien-Gemeinwirtschaft.
Unter den Maori von Neuseeland wird die übliche Arbeitsteilung unter
den Geschlechtern kompliziert, nicht nur wie auch sonst durch eine solche
nach dem Alter, sondern auch nach dem Rang. Auch fehlt es hier nicht an
Spezialisten, obgleich zunächst ein jeder in den meisten Arbeiten bewandert
ist. Manchmal geht die Arbeitsteilung so weit, daß in einen und denselben
Produktionsprozeß verschiedene Spezialisten eingreifen.
Als allgemeines Prinzip der Arbeitsteilung unter den Geschlechtern kann
man aufstellen, daß die Männer die mehr Energie, Kraft und Anstrengung
erforderlichen Tätigkeiten verrichten, während die Frauen den ruhigen
und mehr monotonen Arbeiten sich zuwenden. Dies gilt insbesondere für
die Nahrungsgewinnung. Da, wo mehr Kraft, Wagemut und Initiative nötig
ist, betätigen sich die Männer, während die Frauen dort zu finden sind, wo
man mehr Geduld braucht und die Arbeit langwierig wird. Ihnen fiel auch
der größte Teil von Arbeiten zu, die mit der Vorbereitung der Nahrung
zusammenhing. Man kann so das Fangen mit Vogelschlingen, Rattenfallen
und das Baumklettern der Männer dem Kochen oder Konservieren von
Wildbret gegenüberstellen oder dem Sammeln von Wurzeln und Beeren
aus dem niedrigen Busch. Das Fischen in der offenen See, insbesonders auch
das zeremonielle Vogelstellen, wurde ausschließlich von Männern betrieben,
während die Frauen nur Süßwasserfische und allerlei Arten von Muscheln,
Kerbtieren und Schnecken sammelten. Unter den anderen Tätigkeiten gab
es solche, die ausschließlich einem Geschlecht allein zufielen. So beteiligten
sich die Frauen z. B. überhaupt nicht an der Holzschnitzerei, an der Herstellung
von Kanus, am Hausbau, und mußten sich entfernen, wenn Grünstein
bearbeitet wurde. Obgleich das Tätowieren an beiden Geschlechtern
vorgenommen wurde, waren die Tätowierkünstler immer Männer. Außer
dem Kochen, dem Holen von Wasser und dem Sammeln von Feuerholz,
war das Flechten von Speisekörben ausschließlich Frauenarbeit. Auch das
Weben gehörte zu den Verrichtungen der Frauen, obgleich die Herstellung
von Mänteln, die man mit Hundefellen oder Kiwifedern schmückte, gelegentlich
von Männern vorgenommen wurde. Es galt nicht als Schande für
einen Krieger, die Webeschule (whare pora) durchzumachen. Alle Tätigkeiten
waren durchzogen von den mannigfaltigsten Zeremonialvorschriften, Vorbedeutungen,
Sprüchen und Zaubereien, deren Durchführung und Beauf-