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Fortschreitende Würfelung der Siedlungen
Frauen keineswegs allein die Last aller Arbeit trugen. Man darf nicht vergessen,
daß z. B. das Fällen der Bäume mit einer Steinaxt, das Umbrechen
des Bodens mit einem Grabstock oder das Graben von 20 Fuß tiefen Kanälen
mit einem Holzspaten Arbeiten sind, die reichlich Kraft und Ausdauer bei
den Männern erforderten. Es wird auch darauf hingewiesen, daß auf Reziprozität
der wirtschaftlichen Funktion die Beziehungen zwischen den Gatten
in der Familie aufgebaut waren.
Die Teilung der Arbeit unter den Geschlechtern beruhte auf dem Herkommen,
dementsprechend Knaben und Mädchen von der frühesten Jugend
an beschäftigt wurden. Eine so große Rolle dabei die Tradition spielte,
sind doch die Prinzipien, nach denen die Arbeitsteilung vorgenommen wurde,
im letzten Grunde physiologisch bedingt. Aber es tritt auch immer ein intellektueller
Faktor hinzu, der vor allem die Verbindung mit dem Zeremonialismus
kennzeichnet. Letzterer ist das Ergebnis von Spekulationen über
lie Zusammenhänge der Betätigungen, mit denen das Weltbild zusammenhängt.
Daher sind alle diese Sitten niemals auf einen einzigen Faktor allein
zurückzuführen, sondern auf das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen
Technik und menschliche Konstitution einerseits und die darauf reagierende
Psyche andererseits.
Von verhältnismäßig geringerer Bedeutung ist die Arbeitsteilung unter
den Altersstufen. Die Kinder halfen den Älteren bei verschiedenen Tätigkeiten
und übten sich auf diese Weise ein. Nur für die erstgeborenen
Kinder der Häuptlinge galten schon von früher Jugend an eine große Menge
von Verhaltungsvorschriften.
Von viel größerer Bedeutung war die Arbeitsteilung entsprechend der
Rangstaffelung. Sie bezieht sich auf die drei Hauptgruppen: Adlige (Häuptlinge),
das gewöhnliche Volk und die Knechte. Auf den letzteren ruhte im
allgemeinen die weniger angenehme Arbeit: sie holten Wasser und Feuerholz,
trugen Lasten von Nahrungsmitteln und Geräten, halfen beim Kochen
und paddelten in den Kanus. Allerdings muß zwischen Sklaven und Hörigen
unterschieden werden, von denen die einen oder anderen in der Gesellschaft
der Maori vertreten waren. „Eroberte‘“ Stämme verfielen in ein Hörigenverhältnis
zu den anderen wie z. B. die Te Manu Koau, denen die Tätigkeit
des Vogelfangs übertragen wurde. Derartige Stämme mußten ihren Herren
gelegentliche Geschenke an Nahrung bringen, im übrigen aber setzten sie
ihr Leben wie bisher fort. Nur standen sie unter dem „Mana** des anderen
Stammes (s. T. [R. L.] „Mana‘). Daraus geht hervor, daß die Hörigkeit.
bei den Maori nicht von großer wirtschaftlicher Bedeutung war.
Wichtiger waren die persönlichen Sklaven, und zwar hauptsächlich deshalb,
weil sie frei von den Beschränkungen des Zeremonialismus waren und
darum auch „entehrende‘ Tätigkeiten verrichten konnten, wie das Kochen
und das Tragen von Lasten war. Für einen Sklaven gab es kein „tapu““
(s. T. [R. L.] „Meidung, Tabu“). Selbst wenn ein Sklave früher Häuptling in
einem anderen Stamm war, verlor er dadurch, daß er Kriegsgefangener wurde,
das mana der Götter und hörte auf, in allen geistigen Dingen mitzuzählen.
Daher war Kochen von Essen und was dazu gehörte von keinerlei gefährlicher