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Fortschreitende Würfelung der Siedlungen
beteiligte, so hatte er oft hohe Geldstrafen zu entrichten. Die beiden Seiten
eines Dorfes sollten im Bund gleichmäßig vertreten sein, und der Führer
der einen Seite konnte nicht ohne Zustimmung der anderen handeln.
Eine der Hauptaufgaben bestand im Schutz der Tabu-Ordnungen und der
zuten Sitte. Besonders wurde ein zeremonielles Fischen betrieben. Der
Hauptsport scheint jedoch im Holen von Kopftrophäen bestanden zu haben.
Mit dem Gewinne einer solchen Trophäe waren weitläufige Festlichkeiten
und Tanzbesuche verbunden,
Parallel zu diesen Bünden gab es auch Frauenklubs, die ähnlich wie die
der Männer organisiert waren, aber natürlich in ihrer Art ihren Einfluß
geltend machten, z. B. einmal die Männer mit ihren Hetären aus einer Halle
verjagten, oder von einem Häuptlingshaus Besitz ergriffen und dgl.
Am Nahrungserwerb sind auf Palau Mann und Frau gleichmäßig beteiligt,
die Frau hauptsächlich durch Bebauung der Taro-Felder, die das „tägliche
Brot“ liefern, und durch Kochen, während dem Manne die anstrengende
Fischerei zufällt, das Herbeischaffen des Palmweines, das Holen der Kokosnüsse
usw. Der auf Palau und auch sonst auf den mikronesischen und polynesischen
Inseln gezogene Taro wächst in Sümpfen, während die Arten
Melanesiens Trocken-Taro sind. Die Taro-Sümpfe werden künstlich,
gewöhnlich in der Nähe eines Mangrove-Sumpfes, angelegt. Die Felder sind
von fliesendem Wasser berieselt und gleichen darin Reisfeldern. Sie fallen
treppenförmig ab, so daß eine Terasse unter der anderen liegt. Getrennt
sind sie durch Dämme, auf denen Wege führen, und neben diesen Wegen,
manchmal auch auf ihnen, befinden sich kleine Wasserläufe. Die Felder sind
alle schon vor langen Zeiten angelegt, und man weiß heute nicht mehr auf
Palau, wie diese Anlagen vorgenommen wurden.
Ein Taro-Sumpf besteht aus vielen, 20, 30 oder mehr Feldern, und ein
Feld wiederum aus verschiedenen Teilen, die für die Eingeborenen leicht
erkennbar sind. Fast jedes Einzelfeld (mese&i) enthält einen, manchmal auch
noch einen zweiten Abschnitt, in dem man die Knollen für Feste oder zum
Verkauf beläßt, und der bei der täglichen Entnahme geschont wird. Dieses
Abteil heißt a uleböil. Die kleinsten Stücke, die der täglichen Taro-Entnahme
dienen, sind oft nur wenige Quadratmeter groß. Zu einem Dorf gehören
mehrere Anlagen von Feldern, die zwischen dem Festland und den Mangroven
eingebetet liegen. Eine Frau besitzt durchschnittlich 4 bis 5 Einzel-Felder
(mes&i) in einer Gesamtanlage. Die einzelnen Sumpfanlagen unterscheiden
sich nach ihrer Qualität. In tiefen Sümpfen, in denen die Frauen
bis zur Brust versinken, wächst großer, etwas grober Taro mit langen Wurzelfasern,
die zu einer bestimmten Art von Kleiderschürzen verwendet werden.
Flachere Sümpfe, die den Frauen nur bis zum Knie reichen, liefern in schon
weniger als 6 Monaten reife Knollen, die bedeutend kleiner, aber an Geschmack
besser sind. Die Pflege des Taro-Feldes ist eine schwere, unangenehme Arbeit,
durch die sie aber die Ernährungsgrundlage für die Inseln schaffen. Jeden
zweiten bis dritten Tag geht die Frau ins Taro-Feld, um dort Knollen zu
holen. Die 10 bis 20 Wurzeln, die einen Taro-Korb füllen, nehmen im Sumpf
ein bis zwei Quadratmeter ein. Die Stelle, welche abgeerntet wurde, arbei-