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Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

Die Gesellungsgestaltung der Pflanzenspezialisten

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wendigerweise über die ethnische gegangen sein muß. Namentlich dort, wo
auf dem Wege über die Verschuldungen von Einzelnen, wie in Afrika oder
auf der Gazelle Halbinsel, auf Palau usw., wirtschaftliche Abhängigkeiten
innerhalb derselben Gausiedelung entstanden sind. Allerdings könnte man
dagegen mit Recht einwenden, daß es sich in allen diesen Fällen nicht um
„ursprünglich“ homogene Gemeinden handelt, vielmehr namentlich um solche,
bei denen der wirtschaftlich gebundene Sippenverband, wenn er auch politisch
 weiter besteht, doch sich in selbständige Familienwirtschaften aufgelöst
hat. Denn wir müssen stets scharf unterscheiden, welche Funktion einer
Großfamilie oder Sippe innerhalb der Gesellungseinheit nach der politischen,
wirtschaftlichen, sozialen oder kultisch-religiösen Seite zufällt, So kann es
z.B. kultisch-religiöse Sippen geben, während das wirtschaftliche Leben
völlig an die Einzelfamilien gebunden ist.
Daraus stammt auch die Verschiedenheit, die trotz des Vorhandenseins
von Sippen sehr andersartige Formen politischer Führung gestattet. Besonders
 lehrreich ist in dieser Hinsicht das Beispiel der Aufspaltung der
politischen Führung auf den Banks-Inseln und den Neuen Hebriden: im
Norden die Geheimen Gesellschaften, im Süden aristokratisches Häuptlingstum.
 In die Geheimen Gesellschaften rettete sich offenbar eine „Geistesaristokratie“,
 die Familien einer bestimmten Kulturschicht. Später gestatteten
 sie den Zutritt auf plutokratischer Basis. Doch vermochten sie
sich. den politischen Einfluß überwiegend zu sichern. Wenn man die Geheimen
 Gesellschaften mit ..Kirchen“ vergleicht — sit venia verbo —, so
könnte man, ebenfalls mit der entsprechenden Erlaubnis für den Ausdruck,
die von den Geheimen Gesellschaften beherrschten Gemeinwesen als „Kirchenstaaten‘“
 ansprechen.
Anders wieder liegen die Dinge bei den Großfamilien auf Palau, Hier
“ritt die familial-wirtschaftliche Funktion in den Vordergrund. Sie ist in
gewissem Sinne „antifamilial‘“ eingestellt und führte zu einem starken
Abbau der kleinfamilialen Bande, ein Umstand, der bei seinem ersten Bekanntwerden
 bekanntlich zu argen Mißdeutungen im Sinne einer „ursprünglichen
 Promiskuität“ führte. Auch bei den Marind-anim stellten wir ähnliche
Tendenzen fest, die dort indessen, vielleicht wegen der größeren Wichtigkeit
der Baumpflanzungen der Männer, zu einem Adoptionssystem führten,
Jedenfalls vollzieht sich das Geschlechtsleben in beiden Fällen sehr stark
außerhalb und neben der Ehe. ;
Während auf Palau die Großfamilie und andere Institutionen das Klein-Familienleben.
 sozusagen aufzehren, bleibt doch für das Individuum reichliche
 wirtschaftliche Betätigung — trotz des Nahrungskommunismus. Ja,
die Sucht nach Gelderwerb wird mit allem Nachdruck von sämtlichen Berichterstattern
 betont. So finden sich trotz des Nahrungskommunismus
persönliche Auszeichnung, aristokratische Staffelung, Unterschiede des
Reichtums und Besitzes. Letzteres gilt insbesonders auch für die Maori.
Die Abläufe der Gesellungsgestaltungen selbst sind hauptsächlich deshalb
verschieden, weil auch die Konstellationen der „Ausgangsstadien‘“ ungleich
sind. Schon in der Technik des Feldbaues fanden wir ja erhebliche Unter-
            
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