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Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

Mischlingen von Hirten und Wildbeutern

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Frauen. Vorherrschend ist ein starkes Verlangen nach Kindern, insbesondere
nach Knaben. Da diese Stämme jetzt Buddhisten sind, wird ein Teil der
jungen Männer dem Lamaismus gewidmet. Eine besondere Rolle spielen
Ringkämpfe. Die Toten setzt man auf Berghöhen den wilden Tieren aus
(Carr. [131 1 197£f).

d) Mischlinge von Hirten und Wildbeutern, Hottentotten.
Männer: Hirten, Frauen: Sammlerinnen von Feldfrüchten. In der Steppe
wichtigster Eigentumsanspruch die Wasserquellen. Die Sippe als Grundlage
der sozialen und politischen Organisation. Unausgebildetes Häuptlingtum. Gefolgschaft
 Fremdstämmiger bildet: den Ansatz zu einer Staffelung. Heiratsverbote
 innerhalb der. Sippe und der Verwandtschaft im Vetterngrade,
Eine Mischung: der Hirtenstämme mit Wildbeutern stellen die südwestafrikanischen
 Hottentotten dar, Einer ihrer Stämme sind die Nama, von
deren Unternehmungen im Zusammenhang mit der Schilderung der Bergdama
lie Rede war. Da diese Völker heute zum größten Teil entweder europäisiert
oder ausgerottet sind, ist man hauptsächlich auf Berichte aus jüngerer und
fernerer Vergangenheit angewiesen.
Diese nomadischen Hirtenstämme besaßen früher reiche Herden großknochigen
 und langhörnigen Rindes, sowie von fettschwänzigen haarigen
Schafen. Sie zogen von Quelle zu Quelle, um Wasser und Weiden für ihr
Vieh aufzusuchen. Der wichtigste Eigentumsanspruch bezog sich auf die
Quellen und Wasserstellen in den Flußbetten, da diese wichtiger als .der
Landbesitz waren. Zu diesen Nama stießen zu Anfang des 19. Jahrhunderts
Splitter verschiedener Mischlinge, die weißes Blut aufgenommen hatten und
mit einem Sammelnamen als Orlans bezeichnet wurden. Anfangs erwarben
sie Rechte an Wasserstellen durch Zahlung kleiner Tribute, später jedoch
kam es zu Kämpfen, bei denen die Orlans durch den Besitz von Feuerwaffen,
in den sie gekommen waren, die Oberhand gewannen. Soweit die historischen
Erinnerungen zurückverfolgt werden können, waren die Nama in ungefähr
sieben Stämme geteilt, die alle ihre Abstammung von den gleichen. Ahnen
herleiteten. Jeder dieser Stämme besaß seinen anerkannten Häuptling und
erhob auf bestimmte Wasserstellen Anspruch. Heute sind mehrere dieser
Stämme ausgestorben, oder ihre Stammeseinheit ist völlig untergegangen.
Die früheren Stämme setzten sich aus einer Anzahl von Sippen mit
Vaterfolge zusammen, und unter diesen Sippen beanspruchte eine das Seniorat,
 ähnlich wie wir das auch bei verschiedenen Feldbauerstämmen. fanden.
In der Seniorsippe war die Häuptlingschaft unter den Männern erblich.
Jede Sippe benannte sich nach dem Ahnen, unter dem sie zuerst Anspruch
auf Selbständigkeit erhoben hatte. Die Kleinfamilien, aus denen die Sippen
bestanden, führten keinen besonderen: Namen. Erst heute benennen sie sich
nach holländischen oder anderen europäischen Eigennamen.
Die Sippen bildeten natürlich auch in früherer Zeit nichts Starres. Insbesondere
 konnten große Familien Anspruch auf eigene Weidegründe erheben,
 Angehörige anderer Familien oder Sippen ausschließen und so im
Laufe der Zeit zu selbständigen Sippen aufrücken oder wenigstens Unter-14*

            
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