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Geschichtete Hirten-Feldbauer-Gemeinwesen
den Frauenkauf verwendet wurden. In früheren Jahren war das Halten
von Kühen den Bauern verboten. Erst in neuerer Zeit dürfen sie auch Kühe
erwerben. In Ruanda wagt ein Bauer kaum die Rindviehzucht. Außer Kleinvieh
halten sie auch Geflügel. Hunde finden sich sowohl bei den Hirten als
bei den Hörigen.
Nicht alles Kleinvieh, das sich bei den Bauern findet, ist ihr Eigentum,
sondern viele Schafe und Ziegen haben die Bauern zur Pacht von den Hirten.
Dieses Kleinvieh übernahmen sie gerne zur Pflege und vermengten es mit
ihrem eigenen Vieh, um dieses gegen Beraubung und Pfändung sicher zu
stellen. Als Pachtzins erhielt der Bauer gewöhnlich jeden dritten Wurf der
ihm anvertrauten Herde. Ziegen wurden auch für Opfer verwendet und dann
von einem Mann mit einer Keule erschlagen, sonst dienten sie nur für Festmahlzeiten.
Die Ziegen weideten gewöhnlich die Kinder, die Schafe die Frauen.
Die Bauern aßen. Geflügel und auch Eier, verhandelten sie auch, während
die Kuhhirten nur selten Geflügel hielten.
Ihre Bauten, bienenkorbähnliche Hütten, mußten die Bauern unter
Hinzuziehung ihrer Dorfgenossen zur Bittarbeit natürlich selbst errichten,
wobei gewisse Arbeiten den Männern, andere den Frauen in herkömmlicher
Weise zufielen.
Die handwerkliche Tätigkeit lag ausschließlich in den Händen der Bauern.
Die Töpferei wurde sowohl von den Männern wie von den Frauen vorgenommen,
aber die Töpfe besserer Sorte, die als Abgaben an den König
oder an reiche Herdenbesitzer abgeliefert wurden, verfertigten die Männer:
ein Hinweis, durch welche Faktoren etwa der Übergang der Töpferei aus
den Händen der Frauen in die der Männer herbeigeführt worden sein könnte.
Überdies gab es eigene Töpfer für den König, die einer besonderen Sippe
angehörten, bei der die Söhne in die Fußstapfen ihrer Väter traten. Überdies
gab es noch Töpferhandwerker, die Ware für den allgemeinen Gebrauch
herstellten. Sie repräsentierten. eine besondere Kunst und pflegten sich gewöhnlich
einem Häuptling anzuschließen. Vielleicht ist die Töpferei durch
Einwanderung von Stämmen in diese Gegend gebracht worden, die sich
in der schon oben angedeuteten Art für diese Tätigkeit früher spezialisiert
hatten. Die älteren Gefäße scheint man nicht aus Ton, sondern aus Holz
hergestellt zu haben. Sie wurden von besonderen Holzschnitzern verfertigt,
die wiederum spezialisiert waren in solche, die Milchgefäße, Waschbütten,
Fleischnäpfe und Wassereimer für die Kühe, also Kleingeräte, herstellten,
und in andere, welche die Kanus für den Nil und den Albertsee bauten. In
neuerer Zeit entstand noch eine weitere Zunft von Holzarbeitern, nämlich
Schreiner, die Bettgestelle, Stühle und andere Tischlerarbeit verfertigen.
Eine besondere Berufsklasse bildeten weiterhin die Holzschnitzer des Königs,
welche Trommeln, Milch- und Fleischtöpfe für seinen Haushalt anfertigten.
Ein Handwerk, das einzige, welches sowohl die Feldbauern als auch die
Hirten ausübten, war die Gerberei, die ausschließlich von Männern betrieben.
wurde, und von denen wiederum besondere Leute dem König dienten.
Gewinnung und Verarbeitung von Eisen war in der Landschaft von Kitara
unter drei Kategorien von Berufen verteilt. Die Schmelzer konnten ver-