Wildbeuter
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In diesem Abschnitt sollen die realen Zusammenhänge der verschiedenen
Seiten des geselligen Lebens in den Vordergrund treten, während im zweiten
der Wandel der Institutionen in ihrer notwendigerweise von den. Zusammenhängen,
in denen sie stehen, losgelösten Betrachtung dargeboten werden.
Es wird angezeigt sein, die Wildbeuter vor allem nach der Beschaffenheit
der Gegend zu unterscheiden, in der sie ihr Leben führen: und zwar nach
dem Eis, dem Leben in Steppen und Wüsten, im Urwald und an Ufern und
Küsten. Man wird jedoch dieser Aufzählung keinen genetischen Wert beilegen
dürfen. Man wird auch nicht sagen können, daß die Lebensform im
Urwald notwendigerweise inferior der auf dem KEise gegenüber wäre, oder
daß das Steppenleben der Existenz in den übrigen angeführten Lebensräumen
überlegen wäre usw. Sowohl innerhalb der Steppenstämme wie der
Urwaldvölker gibt es indessen wieder verschieden entwickelte Wildbeuter.
Dazu kommt, wie schon angedeutet, der Umstand, daß manche
dieser Völker sich in entlegene und schwer zugängliche Gegenden verschüchtert
zurückgezogen haben, Überdies dürfen wir nicht vergessen, daß die
meisten von ihnen, schon bevor sie von den heutigen Europäern aufgefunden
wurden, früher mit Völkern höherer Zivilisationen in Berührung gekommen
waren und von diesen mancherlei übernommen hatten, wie etwa die Bergdama
die Kenntnis der Töpferei und der Ziegenzucht, die Australier vielleicht
. den Bumerang und die Heiratsordnungen, die sich bei anderen
Wildbeuterstämmen nicht finden. Auch der Bogen ist von vielen dieser
Stämme unzweifelhaft erst im Laufe ihrer Geschichte übernommen worden,
Obwohl es genetisch richtiger wäre, mit den Wildbeutern des Waldes oder
der Steppe zu beginnen, da diese in Bezug auf ihre technisch-zivilisatorische
Ausrüstung am niedrigsten stehen, sollen doch die Wildbeuter des Eises
hier zunächst behandelt werden, weil ihre sozialen Einrichtungen einerseits
dank. ihrer Lebensbedingungen außerordentlich einfach und aufschlußreich
sind, andererseits weil über sie besonders gute und eingehende Berichte
Vorliegen.
$ 1. Wildbeuter des Eises.
a) Polar-Eskimos.
Männer: Jäger und Fänger; Frauen: Helferinnen und Kleidermacherinnen.
Trotz der rauhen Naturbedingungen ist der Eskimo diesen völlig angepaßt
und fühlt sich in dem Leben glücklich, das ihn beständig auf Jagd und Fang
führt (nach Rasm. [21] 12ff). Das Kind wächst spielend in die nötigen Fertigkeiten
hinein. Schlitten und Kayak sind die Geräte, die ihm zur Fortbewegung
und zum Transport verhelfen, seine hauptsächlichste Waffe die Harpune.
Vom Kayak aus werden Walroß, Narwal, weißer Wal, Robbe und Seehund
gejagt, auf dem Lande die zahlreichen Seevögel und Eiderenten im
Sommer. Im Winter lauert man den Seehunden und Robben hauptsächlich
an Luftlöchern im Eise auf. Vor allem aber wird die Jagd auf den Eisbär
geschätzt, die besonders nach der Wiederkehr des Lichtes im Frühling an-Q*