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fullscreen: Münchner Beiträge zur Völkerkunde, 11.2007

deutlich konvexe Wölbung erhielt, wodurch der gesamte Nackenschutz breiter als üblich fällt. 
Befestigt ist er sowohl mit Splinten als auch mit Hilfe von Seidenschnüren, wobei die 
Bohrungen für deren Aufnahme zusätzlich mit Messing-Ösen verstärkt wurden. Dieses auf- 
wändige Verfahren kam in der Regel nur an Helmen von überdurchschnittlicher Qualität zum 
Einsatz. 
Die oberste Platte des shikoroist an der Front seitlich und nach oben umgeschlagen, so 
dass sie die typischen, in diesem Fall breit und hoch aufragenden fukigaeshibildet. Nach dem 
Vorbild von Exemplaren des 13./14. Jahrhunderts sind diese mit einer Reihe von Kreuzknoten 
(hishinui) aus dunkelblauer Seidenlitze und einer mehrfarbig gefleckten Kantenlitze (mimi 
ito) eingefasst und auf der so abgegerenzten Innenfläche mit bedrucktem Leder belegt, das von 
speziellen Ziernieten (sakura no byô) gehalten wird. Dieses Leder befindet sich, da es früher 
vermutlich starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt war, in schlechtem Zustand: Es ist nicht nur 
gebleicht, sondern auch ausgetrocknet, reißt deshalb und löst sich von seiner Unterlage. 
Ursprüng lich war auf den fukigaeshidas Familienwappen des Trägers befestigt. In diesem 
Falle handelte es sich um ein aus Metall geschnittenes Wappen (kana mon), wie die deutlich 
erkennbare Bohrung belegt, in der es befestigt war. Vermutlich noch bevor der Helm seinen 
Weg aus Privatbesitz in den Kunsthandel der Meiji-Periode fand, wurde das Wappen entfernt, 
um das Inkognito des Verkäufers zu wahren. 
Ungewöhnlich ist die Zweifarbigkeit des shikoro: während die Außenseite der Metall - 
platten mit einem stumpfen Rotlack überzogen wurde, ist die Innenseite von einem stark glän- 
zenden Schwarzlack bedeckt. Dieses Farbschema ist eine bewusste Umkehrung des gängigen 
Verfahrens, bei dem die Innenseite des Nackenschutzes mit Rotlack behandelt wurde, um ein- 
drucksvolle Lichtreflexe auf dem Gesicht des Trägers zu 
erzeugen.57 
Die Metallplatten des Nackenschutzes sind untereinander durch dunkelblaue Seidenlitze 
(kon ito odoshi) verbunden, die in jeweils zwei nebeneinanderlaufenden Strängen geführt wird 
(sugake odoshi). Auch hier weicht das angewandte Verfahren von der Norm ab: die Ver schnü - 
rung ist in sieben deutlich voneinander getrennte Gruppen aufgeteilt, gebildet aus je vier sol- 
chen dicht nebeneinander liegenden Doppelsträngen. Abweichungen von diesem Muster erge- 
ben sich an den Seitenkanten des shikoro, wo je nach der Länge der darunter anschließenden 
Platte mehr oder auch weniger solcher Stränge zum Einsatz kommen. Ähnlich wie an den fuki- 
gaeshiwird die Verschnürung auch hier durch die mimi ito, und auf der untersten Platte durch 
zwei Reihen von Kreuzknoten (hishinui) abgeschlossen. 
Das in das Innere des Helmkopfes eingesetzte Helmfutter (ukebari) besteht nicht, wie 
sonst üblich, aus einem durchgehenden Stoffstück, sondern ist kreuzförmig geschnitten und 
gestattet einen ungehinderten Blick auf die Platten des hachi, die von einem Überzug aus 
Goldlack geschützt werden. 
Die ausgesprochen elegante s-förmige Linie, die der leicht konkave, fast völlig der 
Helmwandung anliegende oharaidatein Verbindung mit dem konvexen, weit vorgezogenen 
mabezashibeschreibt, verweist auf die Herkunft dieses soliden und ästhetisch ansprechenden 
Helmkopfes: sie gilt als ein typisches Merkmal von Arbeiten des Nobu-Zweiges der Myôchin- 
57Lediglich bei der Montage eines schmal und leicht konkav fallenden Nackenschutzes vom Typ hinenoshi- 
korobehandelte man in der Regel dessen Außen- und Innenseite mit dem gleichen Lack. Die Ausnahme 
von der Regel zeigt Inv. Nr. 09.18. 201
	        
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