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Brunner :
gestellt werden , ferner musste aus demselben Grunde die mächtige vorrichtung aus Holzstäben über dem Ofen fortbleiben und auch auf die Aufstellung des üblichen steinernen Brunnens in einer Stubenecke zichtet werden
Im weiteren Verlauf der Aufstellung der deutsch - österreichischen Sammlungen wurden die aus Tirol stammenden alten gotischen Möbel und Stubenbauteile zusammengestellt , welche aus der Chicago - Sammlung herstammen und früher nur zum Teil verstreut gezeigt werden konnten . Teilweise waren auch die Balken seit ihrem Eingange im Museum noch gar nicht ausgepackt worden . Es zeigte sich , dass von den Bauteilen nur die Bodenschwellen zu einem B - aume von 5 , 50 m Länge und 4 , 40 m Breite , die teilweise stark beschädigten und durchweg zusammengesetzten pfeiler von 3 , 05 m Höhe , sechs Deckenbalken mit gotischer Ranken - flachschnitzerei , teilweise auch mit Tierfiguren verziert , sowie eine Tür für eine Längsseite nebst Türgerüst vorhanden waren . Nähere Angaben über Herkunft und ehemalige Anordnung fehlen , ebenso fehlen alle Wandtäfelungen und Fenster . Im Yerhältnis zu der nicht bedeutenden Grösse des ehemaligen Gemachs , die sich aus den Bodenschwellen ergibt , erscheint die Höhe zu gross . Die Schnitzerei der Deckbalken würde in dieser Höhe kaum sichtbar werden , zumal keine Spur von Grundbemalung der Flachschnitzerei erkennbar ist . Die Zusammensetzung der mit wundenem Stabe geschmückten Eckpfeiler deutet mit Sicherheit auf eine spätere Erhöhung der Decke hin , die vermutlich für die Weltausstellung vorgenommen wurde , um den grossen Wandschrank von . 1478 aus Sterzing in den Raum aufnehmen zu können . Aber dieser Schrank , wie die mächtige Bettstatt , Tisch und Stollentruhe würden den Raum derartig überfüllen , dass es aufgegeben werden nuisste , aus diesen Bestandteilen ein gotisches Zimmer wieder herzurichten . Schrank und Bett , scheinlich auch die Truhe , dürften überhaupt nicht in diese Stube gehören .
Andererseits war für die grossen Möbel ausserhalb dieses Raumes kein anderer Platz verfügbar . So musste denn vorläufig mit Bedauern davon Abstand genommen werden , diese wertvollen Sammlungsteile in gemessener und würdiger Weise zur Darstellung zu bringen . Aus diesem Grunde wurde auch der hierher gehörige prächtige und seltene gotische Kachelofen von Sterzing im Hofgebäude belassen , um ihn nicht durch die Versetzung zu gefährden .
Wir kommen nunmehr zu einem ungemein wichtigen und , wie zu hoffen ist , auch sehr dankbaren Abschnitt der Neuaufstellung , zu den im grössten Museumsraume untergebrachten Sammlungen vergleichender Art . Leider ist auch hier wieder zu beklagen , dass der Raum auch nicht im entferntesten hinreicht , um die Aufgaben lösen zu können , welche sich unter diesem Gesichtspunkte darbieten .