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Volltext: Globus, 21.1872

Die Insulaner des Fidschi - Archipelagus in der Südsee . 
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aus Kokosnüssen , dann folgt eine solche von Aams und sü - ßen Kartoffeln , nachher von Pudding , und oben liegen die Schweine . Williams war Augenzeuge , daß bei einem solchen Feste etwa zweihun - dert Leute nur allein sechs Stunden lang damit beschäftigt wa - ren , diese Massen aufzuspeichern . Es waren zuletzt sechs hohe Haufen da ; der Missionär schätzte das Gewicht allein der Aams und Kar - tosseln auf etwa 50 Tonnen , jede im Ge - wicht von 2000 Pfd . 
Dazu kamen 15 Ton - nen Pudding ( einer derselben hatte 21 Fuß im Umfang ) , 
70 Schildkröten , et - wa 200 Tonnen noch ungekochter Aams und die Schweine . 
Ein Häuptling er - hielt den ehrenvollen Beinamen Ober - schwein , weil er Eßwaaren in so gro - ßer Menge znsam - mengebracht hatte , daß ein großer Theil verdarb ; es war zu viel des Guten ; selbst die Fidschianer , de - ren Magen doch in einem beneidenswer - then Zustande sich befindet , waren nicht vermögsam , Alles zu Quevsctuiu bewältigen . 
Die Vertheilung » 
findet strenger Etikette gemäß statt . Die verschiedenen Häupt - linge und ihre Stäm - me bilden verschiedene Gruppen und der Tuirara , Obercere - monienmeister , über - mittelt Jedem den gebührenden Antheil . 
Dabei ruft er jeden Stamm bei Namen , die Angehörigen des - selben sprechen laut ihren Dank aus und schicken eine Anzahl junger Männer , wel - che die Eßwaaren forttragen , die dann unter die Einzelnen so vertheilt werden , daß jede Dorfschaft ihre Portion erhält . Der Schmaus findet im Freien statt ; die Frauen verspeisen das , was man ihnen zuschickt , in den Häusern . Der Tni - 
Speere der Fidschi - Jnjulaner . 
rara hat keine leichte Aufgabe . Er muß alle Stämme bei Namen und den Rang der verschiedenen Häuptlinge kennen und wissen , ob irgend ein Fremder sich eingefunden habe . 
Ein solcher wird als Häuptling angesehen und erhält die einem solchen gebührende Portion , d . h . so viel als genug wäre für 20 Fidfchileute oder mindestens für 60 Europäer . Natürlich giebt er den größten Theil Anderen und handelt somit , wie es sich für einen Häupt - ling schickt . 
Auf unserer Jlln - straton ( S . 163 ) sieht man zur Linken den Ceremonienmeister , wie er den Namen eines Stammes aus - ruft ; die jungen Leute desselben kommen her - beigelaufen , um die Speisen zu holen . Im Vordergrunde liegt der für sie bestimmte Antheil aufgefpei - chert , Schweine , Uams , Schildkröten u . s . w . ; im Hinter - gründe sitzen die ver - schiedenen Stämme ; einige schmausen be - reits , andere warten noch , bis sie ihren Antheil erhalten ; ei - nige Männer tragen Opsergaben in den Tempel . Uebrigens ist die Küche nicht etwa einfach ; zu den angegebenen Speisen kommen noch Fische und viele Schalen - thiere , an welchen die Korallenriffe sehr reich sind . Man bäckt auch verschie - dene Arten von Brot , hat mehrerlei Sup - pen , namentlich von Schildkröten , und die Zahl der Arten von Pudding beträgt nahe an dreißig . Bei den Brühen wird fast immer der Saft des Zuckerrohrs ver - wandt . — 
So viel von fried - lichen Dingen . Sehen wir jetzt , wie die Fidschi - Insulaner Krieg führen und welcher Waffen sie sich bedienen . Zwei Häuptlinge , welche einander befehden wollen , schicken
	        
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