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Objekt: Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte, 38.1912

25 Durch Einsetzen verschiedener Ausfluß Vorrichtungen können wechselnde Mengen (1—13 cbm) Endlaugen in der Stunde abgelassen werden, doch scheint die Kontrolle nach dieser Richtung hin ziemlich unvollkommen zu sein ebenso wie die Kontrolle des Chlorgehaltes des Wipperwassers oberhalb und unterhalb der Einflußstelle der Endlaugen (vgl. S. 33). Am Nachmittage wurde das Kaliwerk „Glückauf“ bei Stockhausen besucht. Die Gewerkschaft verarbeitete damals Sylvinite und Hart­ salze. Die ablaufenden Abwässer bestanden daher nur aus Haus- und Tagewässern, die zum Teil noch einer biologischen Reinigung unterzogen werden. Einrichtungen zur Verarbeitung von Carnalliten sind von früher her noch vorhanden. Am 3. Juni wurde die Bereisung fortgesetzt. Wipper und Unstrut waren durch sehr starke, tags zuvor niedergegangene Regenmassen erheblich angeschwollen und führten in lebhafter Strömung lehmfarbenes trübes Wasser zu Tal. Zunächst wurde am Jechaer Wehrsturz bei der Porzellanfabrik die Mündung der Abwässerleitung des Kaliwerkes „Glückauf“ besichtigt und aus der Wipper oberhalb dieser Einmündung eine Probe entnommen. Eine zweite Probeentnahme folgte bei Berka. Bei Bende­ leben wurde Wasser aus der kleinen Wipper geschöpft. Dann wurde in Göllin gen das Kaliwerk Günthershall besichtigt. Die Gewerkschaft verarbeitet hauptsächlich Carnallit mit etwas Hartsalz. Bisher erfolgte die Ableitung der Endlaugen lediglich in die große Wipper. Jetzt ist auch eine Laugenableitung nach der kleinen Wipper (Frankenhäuser Wipper, Wipperkanal) hin verlegt, die aber zur Zeit der Besichtigung noch nicht in Benutzung war. Je nach dem Wasserstande im Wipperkanale dürfen diesem auf Grund der vorhandenen Konzessionsbedingungen die bei täglicher Verar­ beitung von höchstens 3000 dz Carnallit entstehenden Endlaugen zugeführt werden; der durch die Ableitung der Endlaugen bedingte Zuwachs zur natürlichen Härte darf 42° nicht übersteigen. Die Konzessionsbedingungen für die Art des Einflusses der Endlaugen in den Wipperkanal sind dieselben wie für die Wipper. Da die Stadt Frankenhausen das Recht hat, für ihre Saline 2/s des Wipperwassers durch die kleine Wipper abzu­ leiten, so kann es Vorkommen, daß bei niedrigen Wasserständen die kleine Wipper eine größere Wassermenge führt als die große. Zur Zeit der Besichtigung bestanden die Abwässerbeseitigungsanlagen von Günthershall aus kleinen Klärbassins und 3 Sammelbassins von zusammen 2500 cbm Inhalt. Die aus den Sammelbassins aus­ tretenden Endlaugen werden in einem an die Bassins sich anschließenden Mischraum mit Wipperwasser auf das spez. Gewicht 1,13—1,16 gebracht und fließen dann in einen hart an der großen Wipper aufgestellten eisernen Kasten, aus welchem sich der Abfluß nach dem Wasserstand der Wipper regelt. Der Einfluß selbst findet unter dem Wasserspiegel der Wipper statt durch ein gelochtes 6 m langes Rohr. Die Kontrolleinrichtungen für die Einleitung der Endlaugen in die beiden Wipperbäche sind in einem Häuschen untergebracht. Das Kontrollhäuschen hat zwei völlig von einander getrennte Abteilungen, von denen die eine zur Kontrolle für die Wipper, die andere für die Frankenhäuser Wipper dient. Die Misch- und Sammel­ bassins haben 250 und 150 cbm Inhalt. Die auf das spez. Gewicht 1,16 verdünnte Endlauge (Prüfung mit Senkspindel) gelangt durch einen geschlossenen Röhrenstrang in die Abteilungen des Kontrollhauses. An den Rohrstrang angeschlossen befinden
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