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Durch Einsetzen verschiedener Ausfluß Vorrichtungen können wechselnde Mengen
(1—13 cbm) Endlaugen in der Stunde abgelassen werden, doch scheint die Kontrolle
nach dieser Richtung hin ziemlich unvollkommen zu sein ebenso wie die Kontrolle
des Chlorgehaltes des Wipperwassers oberhalb und unterhalb der Einflußstelle der
Endlaugen (vgl. S. 33). Am Nachmittage wurde das Kaliwerk „Glückauf“ bei
Stockhausen besucht. Die Gewerkschaft verarbeitete damals Sylvinite und Hart
salze. Die ablaufenden Abwässer bestanden daher nur aus Haus- und Tagewässern,
die zum Teil noch einer biologischen Reinigung unterzogen werden. Einrichtungen
zur Verarbeitung von Carnalliten sind von früher her noch vorhanden.
Am 3. Juni wurde die Bereisung fortgesetzt. Wipper und Unstrut waren durch
sehr starke, tags zuvor niedergegangene Regenmassen erheblich angeschwollen und
führten in lebhafter Strömung lehmfarbenes trübes Wasser zu Tal. Zunächst wurde am
Jechaer Wehrsturz bei der Porzellanfabrik die Mündung der Abwässerleitung des
Kaliwerkes „Glückauf“ besichtigt und aus der Wipper oberhalb dieser Einmündung
eine Probe entnommen. Eine zweite Probeentnahme folgte bei Berka. Bei Bende
leben wurde Wasser aus der kleinen Wipper geschöpft. Dann wurde in Göllin gen
das Kaliwerk Günthershall besichtigt. Die Gewerkschaft verarbeitet hauptsächlich
Carnallit mit etwas Hartsalz. Bisher erfolgte die Ableitung der Endlaugen lediglich in
die große Wipper. Jetzt ist auch eine Laugenableitung nach der kleinen Wipper
(Frankenhäuser Wipper, Wipperkanal) hin verlegt, die aber zur Zeit der Besichtigung
noch nicht in Benutzung war. Je nach dem Wasserstande im Wipperkanale dürfen
diesem auf Grund der vorhandenen Konzessionsbedingungen die bei täglicher Verar
beitung von höchstens 3000 dz Carnallit entstehenden Endlaugen zugeführt werden; der
durch die Ableitung der Endlaugen bedingte Zuwachs zur natürlichen Härte darf 42°
nicht übersteigen. Die Konzessionsbedingungen für die Art des Einflusses der Endlaugen
in den Wipperkanal sind dieselben wie für die Wipper. Da die Stadt Frankenhausen
das Recht hat, für ihre Saline 2/s des Wipperwassers durch die kleine Wipper abzu
leiten, so kann es Vorkommen, daß bei niedrigen Wasserständen die kleine Wipper
eine größere Wassermenge führt als die große. Zur Zeit der Besichtigung bestanden
die Abwässerbeseitigungsanlagen von Günthershall aus kleinen Klärbassins und
3 Sammelbassins von zusammen 2500 cbm Inhalt. Die aus den Sammelbassins aus
tretenden Endlaugen werden in einem an die Bassins sich anschließenden Mischraum
mit Wipperwasser auf das spez. Gewicht 1,13—1,16 gebracht und fließen dann in
einen hart an der großen Wipper aufgestellten eisernen Kasten, aus welchem sich
der Abfluß nach dem Wasserstand der Wipper regelt. Der Einfluß selbst findet
unter dem Wasserspiegel der Wipper statt durch ein gelochtes 6 m langes Rohr.
Die Kontrolleinrichtungen für die Einleitung der Endlaugen in die beiden
Wipperbäche sind in einem Häuschen untergebracht. Das Kontrollhäuschen hat zwei
völlig von einander getrennte Abteilungen, von denen die eine zur Kontrolle für die
Wipper, die andere für die Frankenhäuser Wipper dient. Die Misch- und Sammel
bassins haben 250 und 150 cbm Inhalt. Die auf das spez. Gewicht 1,16 verdünnte
Endlauge (Prüfung mit Senkspindel) gelangt durch einen geschlossenen Röhrenstrang
in die Abteilungen des Kontrollhauses. An den Rohrstrang angeschlossen befinden