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Volltext: Jahrbuch für Volkskunde und Kulturgeschichte, 2=17.1974

Buchbesprechungen 
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agenturen“ und damit die „Formen modernen Aberglaubens als stützendes Um 
feld“ des Hexenglaubens einbeziehen würde. Daß hier eine in Sagensammlun 
gen, Brauch- und Glaubensdarstellungen bloß beschreibende Volkskunde ge 
nauso zu dessen Bestätigung beigetragen hat wie die Pädagogik mit der Hexe 
als vermeintlicher Erziehungsfigur, läßt sich einfach nicht verleugnen; aber wohl 
noch tragischer wirkt die dogmatische Fixierung des Teufels- und Dämonen 
glaubens in den christlichen Konfessionen. Zuletzt geht Inge Schödt - beinahe 
schon zu ausführlich - kritisch auf den modernen Okkultismus ein (ein Kapitel, 
das durch die Darlegung der soziokulturellen Bedingungen bis zu den ökonomi 
schen Interessen dennoch allen jenen empfohlen sei, die an ein gewissermaßen 
funktionsäquivalentes Fortleben von „Traditionen“, „metaphysischen Bedürf 
nissen“ oder „seelischen Grundwerten“ glauben). 
Spätestens ab diesem Kapitel muß aber doch ein gewisses Unbehagen an der 
Publikation geäußert werden, sosehr ich sie in Methode und Gründlichkeit vie 
len Dissertanten wie auch manchem Wissenschaftler empfehlen würde; abge 
sehen davon, daß einem diese Arbeit wieder einmal schmerzlich bewußt macht, 
wie viel noch aus den Nachbarwissenschaften aufzuarbeiten bleibt, ist die wert 
volle Untersuchung über weite Strecken von einer Wissenschaftlichkeit, daß sie 
für viele kaum mehr zu lesen, sondern nur mehr zu studieren sein dürfte. Wahr 
scheinlich stimmt es, was eine andere Autorin dieser Schriftenreihe unlängst ge 
sprächsweise andeutete: Selbst die besten Dissertanten stehen unter dem gewis 
sen Zwang, zu zeigen, was sie alles bedacht und erarbeitet haben. Darauf hinzu 
weisen, scheint mir um so wichtiger, weil gerade Inge Schock - konsequent wie 
bisher wenige - Wege zur Praxis andeutet, über die man freilich noch lange 
sprechen müßte: Ihr ohnedies etwas gedämpfter Optimismus, durch Kommuni 
kationstraining, Abbau von Autoritätsdruck und Angst, Verbalisierung emotio 
naler Konflikte usw. die internen und externen Bedingungsfaktoren des gegen 
wärtigen Hexenglaubens zu modifizieren oder gar zu eliminieren, sei ihr hoch 
angerechnet; aber ein erster realer Schritt zur Praxis wäre auf den von der Ver 
fasserin selbst erwogenen Wegen eine leichter verständliche Neufassung für eine 
breitere Öffentlichkeit. Dieser Vorschlag will - das sei betont, um Mißverständ 
nissen vorzubeugen - den Wert der Arbeit und der Absicht Inge Schocks unter 
streichen. 
Wien Helmut Paul Fielhauer 
Ulrike Zischka, Zur sakralen und profanen Anwendung des Knotenmotivs als 
magisches Mittel, Symbol oder Dekor. Eine vergleichend-volkskundliche Unter 
suchung. München: tuduv-Verlagsgesellschaft (in Komm.), 1977. II, 128 S., 
166 Abb. auf Taf. (tuduv-Studien. Reihe Kulturwissenschaften 7). 
Sich auf ein Gebiet zu begeben, das mit seinen ,mythisch-magischen' Ausdrucks 
mitteln ein beliebtes Feld ,nationalgesinnter' Wissenschaft vor 1945 war, ist ein 
Wagnis, das Ulrike Zischka eingehen konnte, da für sie die sich vor allem auf 
den südosteuropäischen Kulturbereich stützende ikonologisch interpretierende 
Arbeit von Leopold Kretzenbacher richtungweisend war. Trotzdem meine ich, 
daß in dieser Münchener Dissertation zu viel von dem Geist älterer Veröffent 
lichungen ( Blankenburg , Frazer, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
	        
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