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Inhalt / Download : Zeitschrift für Volkskunde, 84.1988

Da ist der Michel auf gewacht und hat sie auf den Schub gebracht 
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ins Leben gerufen. 46 Der Verband zeichnete sich durch einen militanten völkisch 
rassischen Antisemitismus aus. Zu den willkommenen Gästen auf Vortragsveran 
staltungen zählte auch Adolf Bartels (1862—1945), zum Beispiel zum Thema 
„Judentum und deutsche Literatur“. 47 Sein Name läßt den Volkskundler aufmer 
ken. Bartels war neben Friedrich Lienhardt einer der profiliertesten Programmati 
ker und Propagandisten der „Heimatkunstbewegung“, brachte diese aber schon 
frühzeitig „durch seinen antisemitischen Fanatismus und Verfolgungswahn in 
Verruf' 48 49 . Die Wortführer dieser um 1900 entstandenen Bewegung bräuchten wir 
heute kaum mehr ernst zu nehmen, hätten sich deren zahllose Schriften nicht in 
der praktischen Pädagogik, „in der Heimatkunde, der Heimatgeschichte und in 
den Lesebüchern aller Schulgattungen und Schulklassen niedergeschlagen“ 48 und 
über die Weimarer Zeit hinaus bis in die 30er Jahre weitergewirkt. 
Gerade die Langzeitwirkung der auf die akademische Jugend jener Jahrzehnte 
gerichteten antisemitischen Agitation wird man kaum überschätzen können. Der 
Kyffhäuser-Verband und die angeschlossenen Vereine deutscher Studenten hat 
ten gewiß eine „Schlüsselstellung in der Verbreitung der Judenfeindschaft“: Sie 
waren „die studentischen Vermittler für die übrige organisierte Studenten 
schaft“ 50 . Aber auch die nicht dem Verband angeschlossenen studentischen Ver 
bindungen hatten sich dem Antisemitismus der einen oder der anderen Färbung 
verschrieben und der Aufnahme von Juden verschlossen, die Burschenschaften 
mit betonter Offenheit, die Korps gelegentlich etwas diskreter aber nicht weniger 
konsequent: „Sie haben den Nachwuchs gebildet, sind prächtig herangewachsen 
und bilden für uns die größte Gefahr, denn sie sind durchseucht von dem in den 
Jahren geistiger Entwicklung aufgenommenem Gifte!“ 51 Detlef Grieswelles Fest 
stellung, daß die „traditionsreichsten und der Mitgliederzahl nach größten Stu 
dentenverbindungen, die Burschenschaften, Corps und Landsmannschaften“ zu 
46 Hedwig Roos-Scbumacher, wie Anm. 40, 290 ff. In den Jahren 1910—1913 wurden mehr als 20 
deutschvölkische Organisationen gegründet, 1910 z. B. noch der Deutschvölkische Schriftsteller 
verband und der Deutschvölkische Bund Urda, vgl. hierzu Uwe Loh ahn, Völkischer Radikalismus, 
Hamburg 1970, 30. 
47 Hedwig Roos-Scbumacher, wie Anm. 40, 292. 
48 Klaus Bergmann, Agrarromantik und Großstadtfeindschaft, Meisenheim a. Glan 1970, 102, 107, 
110. Zu Bartels, der Heimatkunstbewegung und deren Umfeld vgl .]ochmann, wie Anm. 12, 444 f. 
und 468 ff. (ad Heimatdichtung, Jugendbewegung, Wandervogel, „Alldeutsche Bewegung“). 
49 K. Bergmann, wie Anm. 48, 121. 
50 Detlef Grieswelle, Antisemitismus in deutschen Studentenverbindungen, in: Student und Hoch 
schule im 19. Jahrhundert. Studien und Materialien, Göttingen 1975, 369, 372. 
51 Maximilian Horwitz, (Erster Vorsitzender des 1893 gegründeten „Centralvereins deutscher Staats 
bürger jüdischen Glaubens u. Präsident des Verbandes der deutschen Juden), in: Im deutschen 
Reich IV, Nr. 4, April 1898, 179. Zit. nach: Arnold Paucker, Zur Problematik einer jüdischen 
Abwehrstrategie in der deutschen Gesellschaft, in: Juden im Wilhelminischen Deutschland, hg. 
von Werner E. Mosse, Tübingen 1976, 536.
	        
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