Sünde und Sühne
in den Rigvedahymnen und den Psalmen .
Von Dr . M . Holzman .
Die Rk und die Psalmen mit einander zu vergleichen liegt nahe und ist schon manchem Forscher in den Sinn gekommen . So sagt Theodor Aufrecht in der Vorrede zur zweiten Auflage seiner Rigvedaausgabe ( Bd . II S . XXXVII ) : »Die hebräischen Psalme , wiewohl in dichterischer und sittlicher Eigenschaft erhabener , lassen sich in mancher ziehung mit den vedischen Hymnen vergleichen« und knüpft hieran zutreffende Bemerkungen über die Sammlung und Benutzung dieser und jener Hymnen . Adolf Kaegi führt in seinem Buche »Der Rigveda , die älteste Litteratur der Inder« , viele , Sätzen des Rigveda entsprechende Stellen wie aus den übrigen Büchern der Bibel so besonders aus den Psalmen an .
Eine eigentliche Vergleichung aber , die ja nicht nur das Aehnliche neben einander sondern auch das Verschiedene gegenüber stellen soll , liegt dem Zwecke seines Buches fern .
Eine solche soll hier hinsichtlich der Begriffe Sünde und Sühne versucht werden .
I . Die Sünde .
Im Rigveda wird die Vorstellung Sünde am häufigsten durch die Wörter enah und ägali ausgedrückt . Von diesen bedeutet enah , das von in drängen , zwingen , Gewalt brauchen stammt , zunächst Gewalttat , Untat , die einem Menschen zugefügt wird ( z . B . mártañ énah stimato yáh T & rnóti tigmám tásmin ni jahi vájram indra wer den singenden Sterblichen
Zeitschrift für Völkerpsych . und Sprachw . Bd . XV . 1 . \