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Objekt: Jahrbuch des Leipziger Turnvereins Westvorstadt, 1906

Von unseren Vereinsfesten war das am besten be­ 
suchteste unser Kostümfest, darstellend „Ein Volksfest 
aus Vater Jahns Zeit“. Diese von 800 Teilnehmern besuchte 
Vereins Veranstaltung brachte auch unserer Kasse den 
annehmbaren Überschuss von 200 Mark. Unser Sommerfest, 
das einige Jahre hindurch mit geringer Teilnehmerzahl 
ausserhalb Leipzigs abgehalten 'worden war, feierten wir 
wieder in der von früher gewohnten und beliebten Stätte 
des Schützenhofes und konnten mit dem Erfolge recht 
zufrieden sein, da wir eine grössere Beteiligung bei den 
Wettübungen der Männer, Damen und Kinder als sonst 
erzielten. Beim Sedanturnen auf dem Sportplatz errangen 
u. a. unsere Mitglieder Hänsgen und Schräder beim Beck­ 
turnen und beim Stabweitspringen den 1. Preis. Zu 
unserer Bekrutenabschiedsfeier waren 240 Mann erschienen, 
für welche die beiden oberen Säle des Bosental-Kasinos 
kaum ausreichten. Es galt hier aber auch die stattliche 
Zahl von 32 Bekruten aus unseren Beihen zum Dienste 
fürs "V aterland zu entlassen. Bei dieser Feier überraschte 
uns „Die Partei“, wohl mit eine der ältesten Turner­ 
vereinigungen Leipzigs, durch Schenkung eines älteren 
Stahlstiches, darstellend eine Anzahl der bekanntesten Leip­ 
ziger Turnergrössen aus den 50 er Jahren. Besonders wert­ 
voll wird das Geschenk durch die beigegebenen eigenhän­ 
digen Unterschriften der dargestellten Personen. An dem 
Bekrutenabschiedskommers konnten wir 4 Mitgliedern, 
dem Kaufmann Max Schumann, dem Gerbermeister Julius 
Naumann, dem Brunnenbaumeister Woidemar Uhlig und 
dem Steinsetzmeister Jul. Herm. Hofmann, das Diplom für 
ununterbrochene 25 jährige Angehörigkeit zum Leipziger 
Turnverein überreichen. Der Jubilar Hofmann gal) seiner 
Freude über die Ehrung und seiner Liebe zum Verein 
noch dadurch besonderen Ausdruck, dass er in dankens­ 
werter Weise 2 Darlehnsscheine ä 50 Mark dem Leipziger 
Turnverein schenkte. 25 Jahre diente uns zu Reicher 
Zeit unser Konzertmeister Södel, den unsere Freiübungs- 
turner als unfehlbaren Bestandteil bei Ausführung- ihres 
Purnens im Laufe vieler Jahre schätzen gelernt haben: 
Em Glückwunschschreiben des Turnrats drückte auch 
leseni A\ ackeren den Dank des Vereines aus. Nicht 
unerwähnt mag zuletzt die stimmungsvolle Weihnachts­ 
feier unserer Kinderabteilungen bleiben, bei der nach 
gemeinsamen Turnen der Knaben und Mädchen ein vom
	        
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