Safavidische Kathelbogen im Linden-Museum Stuttgart
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V. Zusammenfassung
Der hier vorgelegte Versuch, die safavidischen Kachelbogenfelder im Linden-Museum
Stuttgart auf ihren Sachbestand hin zu untersuchen und mit anderen Darstellungen
und erhaltenen Objekten zu verbinden, hat uns auf die veschiedensten Probleme geführt:
Einmal hat sich gezeigt, wie weit wir noch von einer Kostümgeschichte des Islamischen
Orients entfernt sind. Dort sind immer nur Teilaspekte untersucht worden, im Gegen
satz zu der Kostümgeschichte Europas. Die Zusammenhänge zwischen Iran, der Türkei
und Europa sind hinsichtlich der Kostümgeschichte enger, als allgemein angenommen
wird. Nur in der Waffenkunde ist die Wissenschaft einer geschichtlichen Übersicht nahe.
Einzelne Probleme, wie die Frage nach dem Beginn von Sattel und Steigbügel, haben
uns notwendigerweise in weltgeschichtliche Zusammenhänge geführt, in denen der frühe
Iran und seine Nachbargebiete eine bedeutende Rolle spielen. Es zeigt sich, daß eben
alles zusammen gesehen werden muß, von den Anfängen her, um eine bestimmte Kultur
— hier die von Isfahan im 17. Jh. — zu verstehen. Sie steht in welweiten Traditionen,
hat Anregungen früherer Zeiten und anderer Kulturen aufgenommen, aber auch nach
Europa ausgestrahlt. Schließlich stellt sie einen letzten Höhepunkt in der persischen
Kulturentwicklung dar. Auch in Kostüm, Waffen und Gerät. Dafür sind diese safavidi
schen Kachelbogenfelder ein leuchtendes Beispiel.