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Tumae izloiene grade. Ethnografski Muzej, Zagreb
Der zugehörige Text geht weit über ein Beschreiben des Dargestellten hinaus. In histof 1 '
scher Schau, fernab jeder Spekulation, beleuchtet er die Entstehung der gegenwärtige 11
Formen. Dabei werden die verschiedenen geographischen, wirtschaftlichen und gesell
schaftlichen Faktoren hervorgehoben, die das heutige Bild des bäuerlichen Anwesens aus-
prägten. Schließlich gilt die Aufmerksamkeit den typischen Kennzeichen der einzeln 0
Hauslandschaften. Ihnen geht der Verf. in der Betrachtung von Grundriß, Heizungsanlag e >
des Aufbaus der Wand und des Daches nach. Immer wieder werden volkskundliche Ge
sichtspunkte hervorgehoben, so auch bei sprachlichen Fragen und Problemen der TopoiV'
mik. Wertvolle Anregungen enthält der Abschnitt über den Sinnbildwert des Hauses.
Sch. versteht es, überall die umfassende Thematik zu raffen und auf das Wesentliche zU
verdichten. Der Gedankenreichtum der kleinen Begleitschrift wird jeden Studierende* 1
fesseln und ihm neue Aspekte und Aufschlüsse vermitteln. Rudolf Weinhold —-Bed 111
Marijana GuSiö: Tumac izlozene grade. Ethnografski Muzej, Zagreb (Führer durch da s
Zagreber ethnographische Museum). Zagreb 1955. 195 S., 46 Abb.
Die Zagreber Sammlung wurde nach dem ersten Weltkrieg aufgestellt und 1919 ^ et
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ihren Grundstock bildeten einerseits die Materialien de
örtlichen Schulmuseums und des Museums für Kunsthandwerk. Zum anderen gingen in
private Bestände zu. Hier sind vor allem die Schätze aus der Kollektion Samuel Bergers zU
nennen, der sich als Liebhaber volkstümlicher Textilkunst neben Milan Rojc um die de
Gründung vorangehende Feldarbeit große Verdienste erwarb. Zunächst erfolgte die A u
Stellung mehr nach ästhetischen als nach wissenschaftlichen Blickpunkten. Ein neues G e
sicht erhielt das Museum, als nach der Gründung der föderativen Volksrepublik p ä *
Sorge getragen wurde, daß sich das ganze Leben des Volkes durch seine sachlichen An 1
rungen in der Schau repräsentierte
Das vorliegende Buch ist als Führer durch das Museum gedacht und nicht etwa
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volkskundliches Nachschlagewerk. Deshalb sind wissenschaftliche Termini und ^
klärungen auf ein Mindestmaß beschränkt worden. Man strebt danach, mit dem ethü 0 ^
graphischen Material die Geschichte des Landes zu erhellen: Sachgut, Bräuche und Glaube 11 ^
Vorstellungen werden mit wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Zusammenha
gebracht, dienen selbst als historische Quelle. So wird das volkskundliche Museum
gewissem Sinne zu einem durch besondere Anschaulichkeit und Ursprünglichkeit a üS ^
gezeichneten Archiv, das Dokumente jener Bevölkerungsteile birgt, denen in der v
gangenheit eine Geschichtsschreibung von eigener Hand nicht möglich war.
Die im Werke erläuterten Exponate, eine Auswahl aus dem 40000 Stücke zähle 11
Fundus, entstammen der pannonischen Ebene, dem adriatischen Küstengebiet und
dinarischen Hochland. Dem Buchtext zur Erläuterung sind eine Anzahl Karten -
gegeben. Textilornamente, als Strichzeichnungen eingestreut, lockern das Schriftbild &
Einen guten Eindruck des ethnographischen Materials schließlich vermitteln die m ^
ganz vorzüglichen Abb. Sie führen uns den überwältigenden Reichtum des Gebietes
Architektur, Tracht und anderen Erzeugnissen der Faserbearbeitung, an Gerät, Schm u
Spielzeug und Gegenständen, die im Brauch Verwendung fanden, vor.
Rudolf Weinhold—# ef
Berichtigung
In dem Bericht über die Konferenz der Geräteforscher in Klagenfurt vom 17 . bis 2 l- _
tember 1956 von Wolfgang Jacobeit— Berlin (DJbfVK III, 2 1957, S. 482— 4 8 ^)
uns ein Fehler unterlaufen, den wir nachfolgend berichtigen: \r-ajv
Das Archiv über den tschechoslowakischen Haus- und Gehöftbau ist nicht von ]•
marik, sondern von E. Baläs und Dr. V. Kli'ma angelegt worden.
Die Schriftleim 11 »