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Inhalt / Download : Zeitschrift für Volkskunde, 68.1972

Buchbesprechungen 
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geben. Wildhaber bemängelt mit Recht das Fehlen solcher Nachweise bei den 
von Hanns Bächtold 1916 herausgebrachten „Schweizer Märchen“, die durch 
wegs Nachdrucke sind (Bolte-Polivka V S. 10) und im „Schweizer Märchen 
buch“ von Englert-Faye, dessen Inhalt derart überarbeitete Stücke ungenannter 
Herkunft enthält, daß nach W. dieses Buch in wissenschaftlichen Werken nicht 
zitiert werden sollte. Als „Schweizer Märchen“ sind in die angeführten Aus 
gaben nur die aus deutscher Volksüberlieferung aufgenommen worden, was 
Sutermeister auch als seine Zielsetzung hervorhebt. Wildhabers Bestreben war 
es, die ganze Schweiz ebenbürtig zu Worte kommen zu lassen, wofür die Ver 
bindung mit Uff er, dem wir neben Märchenpublikationen auch die gehaltvollen 
Berichte über seine Erzähler verdanken, nahelag. 
Den deutschen Teil bilden eine Auswahl von 11 Geschichten aus Sutermeisters 
2. Auflage und von 14 aus /. Jegerlehner, Sagen und Märchen aus dem Ober 
wallis, Basel 1913, „Goldig Betheli“ und „Harzebabi“ kommen nicht zu einer 
Gestalt der Außenwelt, wie wir sie in den Spielformen zur „Frau Holle“ in 
großer Vielfalt finden, sondern zu Kindern, die Hündchen begrüßen die Mäd 
chen vorzeitig so, wie es der Hahn erst auf Grund des Geschehensablaufes tut. 
Das von Rochholz handschriftlich mitgeteilte Aargauer Märchen „Der Bueb mit 
dem isige Spazierstecke“ übertrifft durch Gehalt und Sprache die eng verwandte 
Spielform des „Starken Hans“, die ebenfalls über Wackernagel in die Grimm 
sammlung kam. Aus dieser dürfte wohl der Meisterdieb stammen, der aus 
Jegerlehner in den neuen Schweizer Band übernommen ist, denn beide Wieder 
gaben haben die gleiche, seltene Einleitung (die /. G. v. Hahn mit einer Szene 
aus der Rückkehr des Odysseus verglich) und sind auf die gleiche Reihung von 
Zügen beschränkt. Aus den KHM kommen auf Umwegen als französische Mär 
chen Nr. 32 („Weißröschen und Rosenrot“, Grimm Nr. 61) und Nr. 33 (Die 
Gänsehirtin, Grimm Nr. 179), die Rossat mit einigen anderen Stücken vor 1914 
von einer Postangestellten hörte. Die französischen Schwänke zeichnen sich 
durch hervorragende Erzählkunst aus. 
Rätoromanische Märchen konnte Uffer nach eigenen Aufzeichnungen seit 
1936 in solcher Fülle veröffentlichen, daß er für den Auswahlband die Funde 
anderer bevorzugte, vor allem, was bisher Decurtins und Bundi publizierten. 
Nur im rätoromanischen Raum, der nach U. als einziges der vier schweizerischen 
Sprachgebiete märchenreich genannt werden darf, fanden sich bis vor etwa drei 
Jahrzehnten noch alte Männer, die in jüngeren Jahren einen Ruf als Erzähler 
einer lebenden Hörerschaft besaßen. Das Märchen vom Sonnenprinzen gehört 
einem seltenen Typ an, eine Spielform enthalten die „Norwegischen Volksmär 
chen“ von Asbjörnsen-Moe-Bresemann 1874 II Nr. 1 Im Zwei-Brüder-Märchen 
(Nr. 57 Die beiden Freunde) stammen die Helden von verschiedenen Müttern, 
eine ungewöhnliche Änderung, die die Verwahrung zweier Schwestern im 
Turme verlangt, wo sie von einem Manne, der nachts aus dem Wasser kommt, 
empfangen. Das Motiv der Waffe besonderer Herkunft klingt noch an. Die ita 
lienischen Geschichten sind wie die französischen und viele rätoromanische 
erstmals ins Deutsche übertragen worden. In einer Variante zu Grimms 
„Machandelboom“ belebt die Jungfrau Maria den getöteten und zerstückelten 
Knaben, den der Vater, ein Drache, zu verzehren wünscht. Die Madonna tritt
	        
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