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Bibliographische Daten: Globus, 79.1901

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C. M. Pleyte: Die Mentawei-Inseln und ihre Bewohner. 
zwei, ein Mann und eine Frau, ergriffen die Flucht und 
sind die Urheber der Mentaweier geworden. 
Neben diesen Sagen, wovon mehrere Varianten be 
stehen, sprechen auch malaiische Chroniken von den 
Mentaweiern, und da es zweifellos ist, dals auch die 
Bewohner dieser Inseln einmal von Sumatra hierher 
übergesiedelt sind, so verdienen diese doch mehr Berück 
sichtigung, wiewohl auch aus ihnen nicht festzustellen 
ist, woher sie schlielslich gekommen sind. 
Am wahrscheinlichsten klingt noch die Geschichte 
von Yambang Djaya, Radja von Sungai-Ngiang (welche 
Landschaft vielleicht in den Hochländern von Djambi 
zu suchen ist), der mit seinen Unterthanen infolge des 
Krieges mit Menangkabau seinen alten Sitz verliels und 
an die Westküste von Su 
matra gelangte, von wo er 
oder seine Nachkommen nach 
den Mentawei-Inseln über 
siedelten. Andere erzählen, 
dafs ein Mann und eine Frau 
von Ketaun (in der Abtei 
lung Moko-moko), die eine 
ihnen aufgelegte Buise nicht 
bezahlen konnten, auf einem 
Bambusflols ins Meer ge 
triebenwurden. Nachdem sie 
sieben Tage ohne Essen und 
Trinken umhergeschwommen 
waren, erreichten sie endlich 
die Pagai-Inseln, wo sie 
sich niederlieisen und die 
ersten Menschen waren. 
Namen. Der Name Men- 
tawei, über dessen Ableitung 
mehrere Ansichten ausge 
sprochen wurden, ist nichts 
anderes als das von Malaien 
verstümmelte einheimische 
Wort für Mann, matäu. In 
den ältesten Reiseberichten 
finden wir denn auch öfter 
Matawi, was die einheimische 
Aussprache deutlicher wieder- 
giebt. Die Insulaner nennen 
sich selbst Tschakalägät. 
Auch Siberut ist eine 
Entstellung der einheimi 
schen Bezeichnung für die 
nördlichste Insel, die aber 
auf Rechnung von uns Hol 
ländern gestellt werden mufs. 
Als die Engländer zum 
erstenmal die Insel besuch 
ten, hörten sie dieselbe Si- 
birut nennen, welcher Name 
ganz richtig, ihrer Recht 
schreibung gemäls, als Si 
berut buchstabiert wurde. 
Holländer, diesen Namen 
kopierend, vergalsen aber, 
dals das e von Siberut nicht 
stumm ist, sondern als i aus 
gesprochen werden mufs, und 
sprachen deshalb von Si 
berut. Ein ähnlicher F all 
liegt mit dem Namen von 
Pulu Pinang vor. Die Eng 
länder schreiben nach ihrer 
Art richtig Penang, was 
zur Folge hat, dals man 
in Indien häufig von Pe 
nang statt Pinang sprechen 
hört. 
Was Pagai anbetrifft, so ist die Ableitung weniger 
sicher. Wir halten es aber ebenfalls für ein verstümmeltes 
einheimisches Wort, und zwar für pakäi, Freund, wo 
mit die Bewohner der Mentawei-Inseln die von Nassau 
bezeichnet haben können, als man sie nach deren Namen 
fragte, oder womit sie sich selbst bezeichnet haben, mit 
Abb. 4. Frauen aus dem Dorfe Katorai auf der Insel Sibirut.
	        
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