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Die eingeborene Bevölkerung der deutfdhen Sœoubgebiete.
Abgefehen von diejen gemeinjamen
Zügen find bie Bewohner der einzelnen
Sebiete nicht unbeträchtlih voneinander
verfchieden. Hagen unterjcheidet drei
Daupttypen, die aud geographijd) ge-
trennt find: bie Salomonier, bie Bismard-
infulaner und die Neuguinenleute.
Die Salomonier (Abb. 515, 516,
517) ber Jnjeln Bougainville und 33ufa
Daratterifiert gegenüber ben übrigen
Melanefiern ein hoher, fteiler, Bfters
etwas turmfürmiger Schädel, eine ziemlich
hohe, fteile, etwas fAhmale Stirn und
ein rundes, breites Gefid)t, ba$ breitefte
aller Melanefier, mit ziemlich furzer,
breiter, aber nicht eingedrücdter Stumpf:
naje, [o eine Art von gelindem Bulldogg-
lypus gegenüber bem langen Köpfen und
Sefichtern mit langen, vorjpringenden,
Dfterá jogar fonveren Yafen der übrigen
Weelanefier. Wodurch fie aber am meijten
auffallen, das ift ihre {ehr dunkle Haut-
farbe unb bie ftarfe Pigmentierung der
Schleimhäute, {o daf die Lippen meiftens
gleichfarbig mit ber Sefichtshaut find
oder jdjmüralidj-biolett ofne jede Spur
bon Moja. Das ift der Typus der
Salomonier, welche al8 Arbeiter nach der
Aftrolabebai famen.
Nad) den Unterjucjungen von 90. Zhurnwald, der dreiviertel Jahre in Buin an der
Sübipige Bougainvilles lebte unb an Ort und Stelle die Bevölkerung ftudierte, lajjen fich zwei
anthropologie verfchiedene Typen unter den Bewohnern der Salomonsinfeln unter[heiden,
Der eine Typus, Thurnwalds „Salomoniertyp“, wird in Buin Hauptfächlich durch die
Häuptlingsbevölferung reprüjentiert; awijdjen ibm und den Leuten aus den Shortlandinfeln Alu
und Mono beftehen bermanbtidjajtlidje Beziehungen. Diefer yp ijt verhältnismäßig hodhgewadhien
unb jchlant, langid)übelig, mit manchmal auffallend langen, jÿmalen Gefihtern und weniger ein-
gedrücten Nafenwurzeln, als man font in biejer Gegenb zu jehen gewobnt ift. Der Mund ijt
erheblich ffeiner unb bie Lippe weniger muljtig, al8 e8 3. B. auf der Gazellehalbinfel ber Fall
jt. Obwohl im Durdjhnitt {ehr dunkel, kommen unter ihnen doch auch manchmal hellere
Nuancen vor.
Der andere Typus, erheblich Heiner und [djmüdjer, wirb zweifelloS mit dem der „Berg-
bebülferung^ von Bougainville in Qujammenfang au bringen fein. Gr djarafterijiert fid) burdj
furze Schädel, feft breite Geftd)ter, früftige Augenwülfte und ftürfere Behaarung. Die Leute
in Buin fprechen eine nit melanefijhe Sprache, bie mit der der Bergbevölferung verwandt ijt.
9t. Parkinfon, welcher 30 agre in der Südfee lebte, hilt die Salomonier auf Bougainville
für ben reinjten Melanefierftamm, obwohl auch hier Vermifhungen mit anderen DBevüIferung 8-
elementen namentlich in den Küftendörfern fid) merklich maden, wabridheinlid infolge von Gin-
mwanderungen Bellfarbiger Polyuefier. Die SBergbemofner ber jel Bougainville haben nad)
fm eine mattichwarze Hautfarbe umd im allgemeinen fraufes Haar; es fommt aber neben der