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Volltext: Zeitschrift für Volkskunde, 54./56.1958/60

Buchbesprechungen 
Die Christophorusfigur taucht keineswegs nur bei Katholiken, sondern auch 
bei vielen Protestanten auf; auch die Einstellung dazu läßt sich nicht ohne 
weiteres nach Konfessionen bestimmen. Während ein Teil der Auffassung ist, 
„alle christlichen Autofahrer“ hätten den Christophorus im Wagen, sind andere 
der Ansicht, „kein Christ“ hänge so etwas ins Auto. Hier geht es um die 
„Stufen des Symbolverstehens“, die Rudolph im Titel herausstellt, die er aber 
nicht allzu scharf ins Auge faßt. Man möchte den Titel geradezu korrigieren: 
„Christophorus in Berlin“. 
Zwar erwähnt der Verfasser neben dem Christophorus noch zwei weitere 
Symbole: den Hahn und das Johanniterkreuz. Beim Hahn ist der Symbolwert 
vielfältiger und vieldeutiger; die Lehrerin, die sich die Bildpostkarte eines 
Hahnes auf den Tisch gestellt hat, „um durch das Bild immer zur Wachsam 
keit ermahnt zu sein“ (S. 58), darf im Zeitalter der Psychoanalyse leichten 
Spottes sicher sein. Das Johanniterkreuz erscheint als Zeichen, dessen Symbol 
wert verblaßt ist. Es wäre aber gewiß falsch, wollte man die verschiedene Sym 
bolwertigkeit allein damit in Zusammenhang bringen, daß es sich beim Chri 
stophorus um eine menschliche, beim Hahn um eine tierische, beim Johanniter 
kreuz um eine dingliche Figur handelt. Der Vergleich zwischen den verschie 
denen Zeichen leuchtet nicht ohne weiteres ein; die Beschränkung auf die Chri 
stophorusfigur wäre vermutlich methodisch sauberer gewesen. Aber auch die 
Ausführungen über die Vergleichsbilder enthalten zahlreiches positives Material, 
das weiteren Untersuchungen dienlich sein kann. 
Tübingen Hermann Bausinger 
Museen und Sammlungen in Württemberg und Hohenzollern. Hrsg, vom 
Württembergischen Museumsverband. Stuttgart 1960. 98 S., 112 Abb. 
Das in der gleichen Größe, Art und Aufmachung wie der „Westfälische 
Museumsführer“ angelegte Büchlein macht uns mit dem Kunst- und Kulturgut, 
weiter den technischen, literarischen, naturwissenschaftlichen Denkmälern, in 
dem Besitz der großen und kleinen Museen Württembergs und Hohenzollerns 
bekannt. Doch soll hier nur von den volkskundlichen Beständen die Rede sein. 
Fast alle volkskundlichen Sachgüter sind vertreten, ob es sich nun um hand 
werkliches und bäuerliches Gerät, um Zunftaltertümer, bäuerliche Zinngießer- 
und Töpferarbeiten, um Hinterglasgemälde, um Möbel, Trachten, Schmuck, 
um Werke des Brauchtums und Denkmäler der religiösen Volkskunst handelt. 
So lernen wir Bauernstuben, einzelne bemalte Möbel in den Museen Balin 
gen, Ebingen, Ehingen, Göppingen, Hirsau, Künzelsau — hier Möbel aus dem 
Hohenloheschen —, Langenau, Laupheim, Leutkirch, Mergentheim, Schwä- 
bisch-Hall kennen. 
Wir werden auf bäuerliche Keramik in dem Museum Künzelsau aufmerk 
sam gemacht, auf Kachelmodel in Mengen. Arbeiten von Zinngießern, Holz 
schnitzern, Schlossern und Töpfern vom 16. bis 19. Jahrhundert sind in den 
Museen Kirchheim und Teck gesammelt worden. Ofenplatten sind z. B. in den 
Museen Aschhausen, Mühlacker, Calw, Ebingen, Eßlingen, Hirsau — hier die 
älteste aus dem Jahre 1492 — und in Leutkirch zu finden.
	        
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