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Volltext: Zeitschrift für Volkskunde, 81/82.1985/86

Konrad Grunsky-Peper 
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anderen Wissenschaftsdisziplinen deutlich auszumachenden Unterschiede 
zwischen reinem Forschungsfilm und Hochschulunterrichtsfilm sind im Be 
reich der Volkskunde inhaltlich weder anhand der Filme, noch der Begleit 
materialien eindeutig festzumachen. Es sei dahingestellt, ob die zweifels 
ohne vorhandenen wissenschaftlichen und methodischen Defizite des Göt 
tinger Instituts in absehbarer Zukunft institutsintern behoben werden 
können. 
Um meine weiteren Ausführungen zum Problem des volkskundlichen 
Films in der Bundesrepublik zu rechtfertigen, sei eine Anmerkung zum For 
schungsgegenstand der Volkskunde in Ansehung wissenschaftlicher Nach 
bardisziplinen gestattet. Die sich um diesen Punkt seit etwa zwanzig Jahren 
intensiv bewegende fachinterne Diskussion läßt erkennen, daß der For 
schungsschwerpunkt mehr und mehr auf die konkreten Lebens- und Ar 
beitsverhältnisse bestimmter Bevölkerungsgruppen, bezogen auf ihren hi 
storischen Wandel, gelegt wird. Feststellbar ist eine Intensivierung der so 
zialhistorischen Archiv- und Quellenforschung sowie die kritische Untersu 
chung zeitgenössischer Erscheinungsformen in Abhängigkeit von den ge 
sellschaftlichen Gesamtbedingungen. Kultursoziologische und sozialpsy 
chologische Fragestellungen überschneiden sich häufig mit den wissen 
schaftlichen Nachbargebieten Soziologie und Psychologie. Museologische 
und museumspädagogische Ansätze weisen innerhalb des Fachgebiets 
Volkskunde vermehrt auf eine berufsorientierte Praxisnähe hin. In diesem 
skizzierten Umfeld ist die Frage nach der Notwendigkeit und dem Be 
dürfnis der Verwendung audiovisueller Techniken anzusiedeln. Daß heute 
hierbei nicht mehr vordergründig vom Film (im Sinne der technischen Be 
dingungen des Mediums) die Rede sein kann, sei nur nebenbei angemerkt: 
einschränkende Bedingungen für Filmarbeit im Dienst von Unterricht und 
Forschung können im Zeitalter der Video- und Bildschirmtechnik kaum 
mehr gelten; einige volkskundliche Institute haben bereits den Anfang ge 
macht. Es scheint denkbar, daß in wenigen Jahren die Videokamera ebenso 
zum Rüstzeug des Volkskundlers gehört wie heute der Fotoapparat. Die 
neue Kommunikationstechnologie läßt erkennen, daß (technisch gesehen) 
die Trennung von Schrift und Film nicht mehr zu gelten braucht. Damit er 
öffnen sich für die wissenschaftliche Verwendung der Bildmedien mit Si 
cherheit neue Wege, deren Durchsetzung jedoch noch einige Jahre, wenn 
nicht Jahrzehnte dauern wird. 
Neben der Arbeit des Göttinger Instituts, die sich bis heute letztlich in 
den vorgezeichneten Bahnen der dreißiger Jahre bewegt hat, gab es in den 
vergangenen zwei Jahrzehnten lediglich zwei Institutionen, die sich mit der 
Herstellung von volkskundlichen Filmen auf wissenschaftlichem Hinter 
grund beschäftigten. Ingeborg Weber-Kellermann hat in Zusammenarbeit 
mit dem Hessischen Rundfunk einige Filmserien und Einzelfilme erarbeitet, 
deren Inhalte den gesellschaftlichen Wandel an seinen konkreten Erschei
	        
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