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fullscreen: Anthropos, 50.1955

Zur Sprache und Kultur der Belu (Timor) 
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Das Werk ist die Frucht einer Arbeit von nur acht Monaten 10 11 . 
Es wird die gesamte Kultur der Belu, ihre materielle und wirtschaft 
liche Seite, das soziale Leben und die Religion dargestellt. Dieses Kulturbild 
wird ergänzt durch ausführliche, über das ganze Werk verteilte Tetum-Texte 
mit wörtlicher und sinngemäßer Übersetzung. Die Aufzeichnung von einhei 
mischen Texten, Abstammungsmythen, religiösen Riten und feierlichen An 
sprachen, die Angaben über den Brautpreis sowie die Beschreibung des Kunst 
gewerbes und der Ornamentik (in Geweben und Schnitzereien) bilden die 
starke Seite von Vroklages Buch. Als Schwächen sind hingegen zu verzeich 
nen : a) Mangelnde Kenntnis der Eingeborenensprache, so daß deren Dar 
stellung in der mechanischen Wiedergabe des dem Verfasser Mitgeteilten 
besteht ; b) Lücken in der Beschreibung der materiellen Kultur, da Vroklage 
nicht lange genug im Lande war, um umfassende eigene Forschungen anzu 
stellen, sondern in vielen Fällen auf das angewiesen war, was die Gewährs 
leute ihm sagten; c) einige verallgemeinernde Urteile, die nicht hinreichend 
begründet sind. 
Als Ganzes betrachtet ist das Werk jedoch eine gewaltige Pionier 
leistung. Überraschend viel neues Material wird geboten, selbst für diejenigen, 
die sich schon jahrelang auf Timor aufhalten. 
II. Einige Wörter und Sachen in Vroklages Belu-Werk 
Während ich im III. Abschnitt dieses Aufsatzes insbesondere auf die 
Bewohner der Südebene eingehen möchte (siehe unten, Seite 167), möchte 
ich in diesem II. Abschnitt das gesamte von den Belu bewohnte Gebiet 
berücksichtigen. 
Ich gehe dabei von dem Werk P. Vroklages aus und zwar halte ich 
die Reihenfolge seines Buches ein n . Ohne der Leistung des hochgeschätzten 
verstorbenen Verfassers Abtrag zu tun, möchte ich aus eigener Erfahrung 
und aus eigener Sachkenntnis eine Auswahl der in Frage kommenden Stellen 
nach Möglichkeit verbessern und ergänzen. Ich betrachte hier das ganze 
Werk Vroklages, d. h. meine Ausführungen beziehen sich auf das gesamte, 
von den Belu bewohnte Gebiet ; im dritten Teil gehe ich im besonderen auf 
die Bewohner der Südebene ein. 
Grundlage vorliegender Ausführungen sind meine persönlichen Erfah 
rungen bei den Süd-Belu. Ich verbrachte acht Jahre auf Timor, davon ein 
Jahr (1939-1940) im Dawan-Gebiet ; 1940-1942 und 1945-1950 -—- also ins 
gesamt sieben Jahre — lebte ich im Gebiet der Süd-Belu. Nach dem Kriege, 
d. h. Ende 1945, habe ich sechs Monate im Hause des Radja von Wehali 
(bei Tabene), Edmundus Taek, gewohnt. Die Zeit meines Aufenthaltes auf 
10 Vroklage war von Januar bis August 1937 im Lande. Seine Angaben über 
den Aufbau der Verwaltung, Regierungsmaßnahmen, Zahlungsmittel, Marktwerte, Fron 
arbeit usw. stammen aus dieser Zeit. 
11 Zur Zitationsweise : Die römische Zahl bezieht sich auf den betreffenden Teil 
des Belu-Werkes von Vroklage, die arabische Ziffer bezeichnet die Seiten, die Zahl 
in Klammern gibt die Nummer eines Verses an.
	        
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