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Bibliographische Daten: Die Rassen und Völker der Menschheit

6. Kapitel. 
Rajjengliederung und Einheit des Menfchen- 
aejcblechts. 
Die torperlichen Berichiedenheiten innerhalb des Menjdhengefchlechts find auferordentlich 
groß; ja man fann fagen, daf fein Menjd) dem anderen gleicht. Jmmerhin laffen fid aber für 
größere und fleinere Gruppen gemeinfame fomatifde Eigentümlichkeiten entdeden, 
jo baB e$ müglid) ift, das ganze 9Xtenjdjengejd)led)t in Gruppen zu teilen, welche ald Rafien 
(S. 357) bezeichnet werden fônnen. 
Soll nur ein Überblif über die verfchiedenen Naffen gegeben merden, fo geniigen jchlieplich 
einige wenige, befonderS auffällige Merkmale zur Charakterifierung Derfelben; man fann auf 
dieje Weife die Mannigfaltigkeit innerhalb des MenfhengefhledhtS8 in ein fiinftlides Syftem 
bringen. Wenn aber auch die Vermandtidaft der verjdjiebenen Gruppen unb ihre Entwicklung 
in Der Einteilung zum Ausdruck gebracht werden jollen, wenn man mit anderen Worten ein 
natürlides Syftem der Rafjen aufftellen will, fo muß zur Kennzeichnung berjelben eine mig: 
Lich{t große Anzahl von fomatijchen Merkmalen verwendet werden. In vielen Fällen läßt es 
id) nidjt umgehen, als Anhaltspunkte für die Bermandtfehaft aud) fulturelle und vor allem 
prachliche Gigentitmlichfeiten zu verwerten. 
Der Cinteilung bed Menjdhengejdhlechtd im natiirliche Raffen jtehen große Schwierigkeiten 
entgegen. €3 fer nur daran erinnert, daß das Menfchengejchlecht einer fteten Entwidlung unter- 
Dorfen zu fein jdjeint, baf die für die Charakterifierung der Kaffen verwendeten Eigentümlich: 
feiten in fortwährender, wenn aud) unmerf(idjer SSerünberung begriffen jiub; dazı kommt noch, 
daß durch die unbegrenzte MijdhungsSfähigkeit der Rafjen unter fich die unter[heidenden Merkmale 
im Laufe der jabrtaufendlangen Entwicklung fi) teilweife jehr verwifht haben. (S8 ift deshalb 
bis jebt nod) fete Siajjeneinteilung gefunben worden, welche allgemein anerkannt worden wäre. 
Jede der vorhandenen CŒinteilungen bat gewifie Vorteile, denen aber wieder Nachteile gegenüber- 
itehen. Einen Begriff von der Schwierigkeit der Rafjeneinteilung des Menfchengefjchledht3 bietet 
bie Gejdjid)te ber Cinteilungsverfuche; ed jollen beshalb im nachfolgenden die wichtigiten Raffen- 
einteilungen zur Daritelung gebracht werden. 
Linné (1707—1778), der Begründer der modernen Syftematik, ftellte als erfte Ordnung 
der Säugetiere die Primaten oder menfhenähnlichen Tiere auf und vereinigte in diefer Gruppe 
mit dem Menjchen die Affen, Halbaffen und Fledermiuje. Dad Genus (Gejdhledht) Homo um- 
lat nach ihm drei Spegies: 1. den abnormen Menjdjen (Homo monstruosus), 3. B. Riefen, 
Zwerge, Kretind ujm.; 2. den wilder Menfchen (Homo ferus), ganz niedrigftehende Menjchen- 
itümme und eingelne wildlebende Menfchen, und 3. ben eigentlichen Menfdhen (Homo sapiens). 
Bei lepterem werden zwei Gruppen unterjchieden: 1. der Homo diurnus und 2. der Homo 
nocturnus, weld) (ebteren er {pater ald Genus Simia bezeichnete.
	        
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