Vorwort. Meine Absicht ging ursprünglich nur dahin, durch Aufstellung eines Systems der Technik des Strafgesetzes im Hinblick auf die in Deutschland und Oesterreich obschwebenden Reformarbeiten auf ein bisher wenig beachtetes Gebiet aufmerksam zu machen. Das Gebiet erschien mir so neu uud wichtig, daß ich glaubte, ohne Rücksicht auf die in der „Vergleichenden Darstellung-£ vor­ gesehene Bearbeitung desselben selbständig in eine solche ein- gehen zu können. Es zeigte sich mir aber bald, daß eine Be­ arbeitung der Technik des Strafgesetzes unmöglich sei, ohne vorher die Grundlagen der Gesetzestechnik überhaupt und die Lehren der allgemeinen Gesetzestechnik sichergestellt zu haben. So entwickelte sich mein Plan zu den „Studien zur Gesetzes­ technik“, deren erster, nunmehr vorliegender Teil sich mit den aus der allgemeinen Rechtslehre stammenden Grundlagen der Gesetzestechnik befaßt. Der Inhalt meiner weiteren Arbeit ist aus meinem Aufsatz „Beitrag zu einem System der Gesetzes­ technik“1) zu ersehen. Es erschien mir für meinen Plan als völlig überflüssig, mich mit der sehr reichen, die allgemeine Rechtslehre betreffenden Literatur auseinanderzusetzen. Es genügte mir vielmehr die in neuerer Zeit grundsätzlich vertretenen Anschauungen flüchtig zu streifen. Mein verehrter Lehrer, Geheimer Justizrat, Professor Dr. Franz von Liszt hat mir gestattet meiner Dankbarkeit für die reiche x) Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, Zwanzigster Jahrgang 1907, S. 346—379.