4 H öchstgeehrter Herr Professor, Ohne Zweifel sind Ihnen, Ihrem geneigten Wunsche gemäß, die ersten zehn Druck ­ bogen der russischen Volksmärchen von der Weidmannschen Buchhandlung zu ­ gesendet worden. Wenn es Ihnen, da der Druck nun zu Ende geht, Ihre Muße noch erlauben sollte, einige Worte als Einleitung beizufügen, was ich mit dem Verleger zum Besten des Unternehmens recht sehr wünschen muß, so würde ich Sie ersuchen, mir dieselben gefälligst seiner Zeit zuzuschicken, da ich bis jetzt Anstand genomen habe, das kurze Vorwort, welches ich beigeben werde, an die Verlagshandlung ab ­ gehen zu lassen, aus Besorgnis, daß vielleicht manche Gegenstände doppelt berührt würden. Doch werde ich mich als Laie in der Sache fast ausschließlich auf Mit ­ theilung dessen beschränken müssen, was ich noch in Rußland als Vorrede zu dem Ihnen zugesendeten Manuskripte niedergeschrieben habe. Es enthält das Geschichtliche der Samlung und deren Form und gibt nur die nothdürftigsten Erklärungen zum unmittelbaren Verständnis einiger wiederkehrender Einzelheiten. Ein kurzer Anhang mit einigen flüchtigen Bemerkungen zu einzelnen Märchen befindet sich schon in den Händen des Verlegers. Mit dem Drucke bin ich sehr zufrieden; mehr störende Setzfehler mögen in einem besonderen Verzeichnis aufgeführt werden. Mit der Versicherung vollkommener Hochachtung habe ich die Ehre zu sein Pirna Ew. Wohlgeboren den 15 Sept. ergebenster 1831. Anton Dietrich 5 Hochzuverehrender Herr Professor, Zuvörderst sage ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank, daß Sie die Güte gehabt haben, meine Märchensamlung unter dem Drange unverschiebbarer Dienstgeschäfte mit einer Vorrede auszustatten. Allerdings war mir die darin mitgetheilte Bemerkung über die Abstammung der Sage von Bowa Korolewitsch sehr interessant. Prof. Snegiroff ahnete wol, daß sie kein einheimisches Erzeugnis sei, und die Ortsnamen brachten ihn der Wahrheit nahe; er kannte aber die Volkssage nicht, die zur Grund ­ lage gedient hat, und somit muß auch ihm diese Entdeckung höchst willkomen sein. 10 Der Verleger muß doch wegen des Absatzes gut Hoffnung haben, denn er hat statt